NDR - Kultur Huschkes kleine Nachtmusik Folge 2 Riese
10.06.2007 21:55 Uhr Abgelegt in Kategorie: Nachtmusik Archiv
NDR - Kultur Huschkes kleine Nachtmusik Folge 2 Riese (10.06.2007 21:55 Uhr)

Eines Tages fühlte sich der Riese „Bin-allein“ anders als je zuvor. Er hatte keinen Appetit, ging nicht mehr auf die Jagd und schrumpfte von Tag zu Tag. Schließlich sah er sich gar nicht mehr im Spiegel, weil der so hoch hing und „Bin-allein“ begann auf dem Teppich zu leben, er kam ja nicht einmal mehr auf die Möbel seiner Einrichtung. Ja er verließ sogar kampflos den Teppich, als der Riese „Bleib-allein“ sein Haus okkupierte.

Eines Tages fühlte sich der Riese „Bin-allein“ anders als je zuvor. Er hatte keinen Appetit, ging nicht mehr auf die Jagd und schrumpfte von Tag zu Tag. Schließlich sah er sich gar nicht mehr im Spiegel, weil der so hoch hing und „Bin-allein“ begann auf dem Teppich zu leben, er kam ja nicht einmal mehr auf die Möbel seiner Einrichtung. Ja er verließ sogar kampflos den Teppich, als der Riese „Bleib-allein“ sein Haus okkupierte.
Wie er so durchs Land irrte war er mittlerweile nicht größer als die Wesen, die ihm begegneten. Es dauerte nicht lange da kam er mit ihnen und mit verschiedensten anderen Geschöpfen ins Gespräch. Die Meisten hießen jedoch Menschen und nicht selten waren welche dabei, die größer und größer wurden um schließlich ins Land der Riesen auszuwandern.
Eines Tages weinte der Riese „Bin-allein“ ganz bitterlich und schluchzte als er sah wie fröhlich Kinder spielten, wie sie schaukelten und Sandburgen bauten, gar mit kleinen Kullern aus Glas spielten. Er weinte und weinte und im ganzen Land schwollen die Bäche zu Flüssen an und drohten das gute Land zu überschwemmen.
Nicht weit weg wohnte die Riesin „War-allein“ und ging zu ihm als sie von Ihm erfuhr. Er saß ganz traurig da und unaufhörlich fielen ganze Sturzbäche Tränen zu Boden. „Warum weinst du?!“ fragte „War-allein“ „Bin-allein“ Weil ich, ich, ich ... (schluchz) Er konnte nicht weiter sprechen. Da half ihm „War-allein“ Sie sagte nichts und weinte einfach mit. Alsdann war dem „Bin-allein“ als fiele ihm ein Klumpen wie Stein aus seinem Herzen. Oh der Klumpen hatte Beine und lief schnell davon. Des Klumpens Name ist: „Denk-nur-an-mich“ (Kennt Ihr vielleicht)
Als der Klumpen außer Sichtweite war, bekamen die Augen von „Bin-allein“ einen Glanz vor Freude und er erkannte „War-allein“. Sie erzählten 2 Wochen von Bäumen, Blumen, dem Meer und redenden Steinen. Wie im Frühling zogen leichte Gedanken durch beide und sie waren gut zu sich und jedwedem Wesen, das ihnen begegnete.
Bald verbreitete sich die Nachricht von den beiden Liebenden, die seither „Sind-Nicht-Allein“ heissen. Sie sind viel unterwegs. Vielleicht sind sie Euch schon einmal begegnet?!

(Text & Fotos © 2007 Wolfram Huschke)
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